Beschreibung:
Systemische Strukturaufstellungen sind ein Gruppensimulationsverfahren. Spezifisch charakterisiert sind SySt durch (i) lösungsfokussiertes, (ii) syntaktisches (von Deutungen möglichst weitgehend absehendes) und (iiii) systematisch ambiges (zugleich mehrere Symbolisierungsebenen betreffendes) Vorgehen. Grundlage der Arbeit ist (iv) die repräsentierende Wahrnehmung.
Gruppensimulationsverfahren:
Vorgehensweise, bei der in einem Vorgespräch benannten, im Moment relevanten Elemente des darzustellenden Systems mit RepräsentantInnen (Personen oder Symbole) im Raum dargestellt, und so Strukturen, Verhalten und Änderungstendenzen im System simuliert werden. So können z.B. bei der Frage nach einer Konfliktlösung in einem Team als Element des Systems Teammitglieder, FirmenleiterIn, Firma, Ziele und KundInnen durch RepräsentantInnen dargestellt werden.
Lösungsfokussiertes Vorgehen:
Interventions- und Gesprächsführungsmethodik, die auf den Ideen und Prinzipien der Schule von Milwaukee aufbaut und bei der Merkmale der Lösung wesentlicher sind als die des Problems. KlientInnen werden dabei angeleitet, ihre Lösungsmöglichkeiten so zu beschreiben als ob eine Lösung schon erfolgt wäre. Dadurch erleben sie erweiterte Handlungsspielräume und neue Perspektiven.
Systematisch ambiges Vorgehen:
Interventionsform, bei der die verwendeten Symbole absichtlich und systematisch mehrdeutig zugelassen werden, damit für die KlientInnen zugleich mehrere Systemzusammenhänge (z.B. Familien- und Arbeitskontext) berührt werden können und die KlientInnen selbst eine (in der Regel teils bewusste, teils unbewusste) Auswahl treffen können, welche Themenkreise bei der Arbeit offen behandelt und welche mit größerem Schutz nur verdeckt berührt werden sollen.
Repräsentierende Wahrnehmung:
RepräsentantInnen werden von KlientInnen benannt und aufgestellt, z.B. als Familienmitglied, ChefIn, oder auch völlig verdeckt und nur mit einem Buchstaben benannt. Sie erfahren spontan Körper- und Fremdwahrnehmungen, die in Übereinstimmung mit Strukturen und Veränderungstendenzen eines dargestellten Systems stehen. Repräsentierende Wahrnehmung ist die Fähigkeit des Menschen, in einem Aufstellungsbild die Qualität der Stellung und der Beziehung der dargestellten Systemelemente zueinander durch spontane Veränderung der Körperwahrnehmung abzubilden.
Location:
Österreich
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